Bestimmt haben Sie schon von IPv6 gehört. Oft werden in diesen Zusammenhang auch die kaum noch vorhandenen IPv4-Adressen erwähnt. Wie IPv6 funktioniert möchte ich in diesen Blogeintrag nicht erläutern, dies würde wohl den Umfang sprengen. Jedoch gehe ich gerne auf ein paar Vor- und Nachteile ein, die eine derartige Umstellung natürlich mit sich bringt.
Vorab jedoch eine kurze Erklärung:
Bei den Protokollen IPv4 bzw IPv6 handelt es sich um Protokolle, die die Adressvergabe im Internet ermöglichen bzw. verwalten. Daten müssen ähnlich wie Briefe auch an der gewünschten Adresse ankommen. Diese Protokolle helfen dem “Postboten”, diese Briefe korrekt zuzustellen.
Vorteile:
Großer Adressbereich
IPv6 hat 2^128 (etwa 340 Sextillionen) verfügbare Adressen, IPv4 kann nur mit 2^32 (etwa 4,3 Milliarden) aufwarten. Dies merkt man vorallem an den Adressen selbst. Diese schauen dann zB. so aus:
2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344
Zum Vergleich eine IPv4-Adresse:
192.168.2.101
Diese Adressen werden vorallem für Administratoren in kleineren Netzwerken ohne DNS-Server ärgern. Diese müssen diese dann alle von Hand verteilen.
Höhere Sicherheitsstandards
Address-Spoofing wird durch eine eingebaute Verifizierungsprozedur für Kriminelle bzw. Hacker erschwert. Dies wird natürlich nicht von Dauer sein, bis die ersten Möglichkeiten hierfür erscheinen wird erst einmal eine Zeit vergehen in der dieser Prozess weiterentwickelt wird.
Effizenteres Routing
IPv6 erlaubt jedem Gerät sich selbst eine eindeutige Adresse zuzuweisen, ohne dass ein DHCP-Server hierfür benötigt wird. Dies erleichtert die Administration und ist vorallem bei mobilen Anwendungsgeräten von Vorteil.
Durch eine Vereinfachung des Headers der eine fest definierte Länge besitzt und handlich aufgebaut wurde, ist eine schnellere Abarbeitung diesen möglich.
Zu den bereits genannten Vorteilen kommt noch eine Verbesserung des Quality of Service (QoS) sowie eine besser mögliche Feineinstellung von leistungshungrigen Webanwendungen.
Nachteile:
Höhere Kosten für Softwarehersteller
Eine Implementierung dieses Standards dass die Software dies fehlerfrei ist kostspielig. Hierdurch werden die Preise für entsprechende Software ansteigen, bis Sie dann nach der Entablierungsphase wieder günstiger werden.
Hardwareunterstützung
Nicht jedes Gerät unterstützt IPv6. Vorallem ältere, netzwerkfähige Geräte(zB. Router) werden dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht unterstützen. Ein Firmwareupgrade kann hier jedoch Abhilfe schaffen sofern der Hersteller diese Geräte noch unterstützt.
Anti-Spam-Blacklists
Diese schwellen durch die erhöhte Anzahl möglicher Adressen deutlich an. Eine dauerhafte Aktualisierung dieser ist sehr kostspielig und kann in Unmengen an neuen Spam resultieren.
Der Hauptnachteil einer Einführung des neuen Protokolls sind vorallem die Kosten, was wahrscheinlich diese immer wieder verzögern wird, da keiner hier den Löwenanteil tragen muss. Eine schnelle bzw. baldige Einführung würde jedoch spätere Kosten verringern bzw. vermeiden.
Bei einen Kauf von teurer Hardware wie zB. Servern sollte jetzt schon darauf geachtet werden dass diese Geräte IPv6 unterstützen. Viele Provider unterstützen auch schon dass neue Protokoll, jedoch nicht alle.